Die Reaktivierung der Hermann-Hesse-Bahn zwischen Weil der Stadt und Calw scheiterte lange an den strengen Auflagen zum Schutz von über 1.000 überwinternden Fledermäusen in den Tunneln Hirsau und Forst. In einer ARGE mit Leonhard Weiss hat SCHLEITH nun eine innovative Lösung umgesetzt: sogenannte Tunnel-im-Tunnel-Strukturen, die Bahnverkehr und Fledermauslebensraum voneinander trennen.
In Hirsau wurden rund 550 Meter, in Forst etwa 700 Meter Tunnel umgebaut und durch Voreinschnitte verlängert. Ultraschalltechnik lenkt die Tiere nun gezielt in ihre neuen Einflugbereiche. Nach einem Holzprovisorium im Jahr 2024 begann im April 2025 der Bau der endgültigen Stahlbetonkonstruktionen, der Ende letzten Jahres erfolgreich beendet wurde. Der Bahnverkehr kann Anfang 2026 wieder aufgenommen werden kann.
Der enge Zeitplan, komplexe Logistik und hohe technische Anforderungen prägten das Projekt und zeigen, wie Bahninfrastruktur und Artenschutz erfolgreich miteinander vereinbar sind.
312
Fundamentfertigteile in den Tunneln (10 t pro Stück)
620
Bogenfertigteile in den Tunneln (8 t pro Stück)
104
Bogenfertigteile in den Voreinschnitten (18 t pro Stück)
ca. 1.000 m³
Ortbeton mit PP-Fasern
160 m
Voreinschnitt als Stahlbau